Photographische Dokumentation - Photographischer Beweis
          
Dokumentation: Ausdruck von etwas, Zeugnis, anschaulicher Beweis - heißt es im Duden. Genau darum geht es hier, etwas anschaulich zu beweisen, zu zeigen.

Der Mensch sieht seine Welt, er ist einsichtig, wenn man ihm etwas zeigt, wenn man es ihm so zeigt, wie man selbst es sieht, wie man will, daß er es sieht. Die Schwierigkeit der photographischen Dokumentation liegt oft nicht im eigentlichen Photographieren, sondern im Sehen und im Sich-klar-werden, was man sieht und was man will, daß andere sehen sollen. Es geht dabei nicht nur um die Wahl des Bildausschnittes und der Blickrichtung, um die Frage ob man eine neutrale Farbstimmung oder das Licht des Raumes wiedergeben will, sondern um die Führung des Betrachters.
      
Das Gesehene im Bild festzuhalten, und das Bild als Dokument zu sichern und zu verwahren ist dann der letzte, enstcheidende Schritt. Archivsicherheit ist das Schlagwort, das nur allzuoft unterbewertet wird. Das Bild muß haltbar gespeichert werden. Haltbar gegen die Unbill der Umwelt und haltbar gegen die Unbill der Menschen.
            
      

  
  
Photographische Doklumentation - Digitale Wahrheit
       
"Photographische Dokumentation mit analogen und digitalen Verfahren", ist was ich eigentlich tue. E eine seltsame Bezeichnung. Für viele erscheint sie alt, veraltet in einem digitalen Zeitalter. Analoge Verfahren, Verfahren aus einer anderen, aus einer vergangenen Zeit. Das digitale Zeitalter hat bei mir vor Jahrzehnten Einzug gehalten, lange bevor die meisten Zeitgenossen überhaupt etwas von Digicams wussten, durfte ich mir schon Gedanken über digitale Datensicherheit und die Anwendung der besten Systeme aus beiden Welten, der digitalen und der analogen Welt, machen. Beide Welten, beide Systeme haben heute noch immer ihre Berechtigung. Mit Vernunft und Bedacht eingesetzt ergänzen sich die Systeme und ermöglichen Dinge, die keines von beiden alleine könnte.
           
Die alte Diskussion um die Auflösung der Digitalkameras oder ihren Dynamikumfang hat sich längst erledigt. Für die Monitorbetrachtung sind die Aufnahmen eines aktuellen Fotohandy mehr als ausreichend, ebenso für Drucke oder Fotobücher bis DIN A4. Für gute Drucke in Hochglanzmagazinen war schon vor Jahren die Bildqualität der digitalen Spiegelrefelxkameras spiegellosen Systemkameras mehr als ausreichend. Für ein Großplakat oder einen Kalenderdruck im Überformat werden die technischen Anforderungen - und damit der Preis - etwas höher, ein Problem stellen sie schon sehr lange nicht mehr dar. Im Zweiflsfall wechselt man - wie früher - zu einem Mittelformatsystem, heute allerdings zu einem digitalen. Auch hochauflösende Luftbildfotografie wird seit längerem digital ausgeführt. Nur noch Firmen, die sich den Umstieg auf die digitalen Systeme nicht leisten können oder wollen benutzen hier noch alanoge Systeme.
               
Für Presse, Veranstaltungsfotografie oder auch für die Aufnahme eines Schadens, sei es ein Autounfall, ein Einbruch, ein Sturmschaden oder ein Rohrbruch, ist ein digitales Aufnagmesystem ideal. Es ist schnell einsatzbereit, die Bilder liegen sofort nach der Aufnahme vor und sind in wenigen Minuten per Upload oder Email der Redaktion, dem Kunden, einem Schadensregulierer, Gutachter oder Handwerker zugestellt. Es geht keine Zeit "verloren". Die Schnelligkeit und sofortige Verfügbarkeit zusammen mit dem großen Dynamikumfang und der kompletten Automation des Aufnahmevorgangs bei sehr hoher Bildqualität sind die Argumente für digitale Systeme.
           
Ein zweiter Vorteil der digitalen Welt ist ihre Bearbeitbarkeit. Die Bilder liegen in einer Form vor, in der sie relativ problemlos bearbeitet, manipuliert, an die momentanen Anforderungen angepaßt werden können.
Diese Manipulierbarkeit ist auf der anderen Seite aber auch der Hauptnachteil der digitalen Systeme. Ein ungeschulter Beobachter erkennt die Manipulation eines digitalen Bildes schon lange nicht mehr. Ist die Manipulation gut gemacht, kann sie oft auch der Fachmann nur mit detektivischer Kleinarbeit und guter Rechnertechnik nachweisen. Mit Manipulation meine ich hier nicht die Veränderung der Farben oder ein Anheben des Kontrastes. Ich meine Bildverfälschungen: Das Hinzufügen oder wegretuschieren von Bildteilen. Den Ersatz der unbeschädigten Autotür duch die beschädigte aus einem anderen Foto, das Hinzufügen von Glasscherben neben der aufgebrochenen Terassentür, die Entfernung von Dellen und Kratzern auf einer historischen Münze. Noch gehen Gerichte viel zu arglos mit Fotos um. Noch gilt ein Foto per se als Beweis. In nicht allzuferner Zukunft wird man ein Foto nur noch dann als Beweis anerkennen, wenn man seine Herkunft und seinen Werdegang fälschungssicher nachvollziehen kann. In der digitalen Welt eine nahezu unerfüllbare Forderung. Sie glauben mir nicht? Sehen Sie sich im Internet ein Gigapixel-Panorama an und suchen Sie die Grenzen der mehr als 2000 einzelnen Fotos aus denen es zusammengesetzt ist. Ist es gut gemacht, werden Sie die Grenzen nicht finden, es ist wie ein Bild. Wenn dann 5 oder 10 dieser einzelnen Fotos nicht "echt" sind, sondern an einem anderen Tag entstanden als die restlichen, kann das zu ziemlichen Problemen für den Autofahrer führen, dessen Wagen man am Tag des Banküberfalles auf dem Bild direkt vor der Bank sieht - obwohl er in Wirklichkeit erst drei Tage später dort parkte... An gezieltes Einsetzten anderer Inhalte in eines der dort sichtbaren Wohnungsfenster möchte ich gar nicht erst denken...
                          
Der Nachweis, daß ein Foto "am Stück" entstanden ist und nicht nachträglich bearbeitet, manipuliert, wurde ist in der digitalen Welt oftmals praktisch nicht führbar. (Denen, die hier widersprechen gleich zur Antwort: Ja, in vielen Fällen ist er doch führbar, aber bei einer gut gemachten Manipulation nur durch Analyse der einzelnen Bildpunkte und ihrer Verteilung. Dazu sind Spezialprogramme mit einem großen Rechenaufwand in der Lage. Die Kosten solch einer Analyse eines einzelnen Fotos können sich schnell auf mehrere hundert Euro belaufen. Somit ist der Nachweis praktisch nicht führbar und wird nur für "große" Gerichtsverfahren Betracht gezogen...)
           
In der analogen Welt gibt es das Negativ oder das Dia. Sie sind entstanden im Moment der Belichtung. Eine Manipulation an diesem materiell vorliegenden Stück Film ist nachweisbar. Normalerweise mit einem Mikroskop mit geringer bis mittlerer Vergrößerung. Der Nachweis, daß ein Dia oder ein Negativ ein Duplikat ist, ist in aller Regel mit einem einfachen Mikroskop klar zu führen - außerdem ist die Herstellung eines guten Duplikates schon sehr schwierig. Eine dauerhafte Dokumentation, deren "Echtheit", deren Wahrheitsgehalt überprüfbar sein soll ist  das Gebiet für den Einsatz der anlaogen Verfahren.
             
Auch die Lagerfähigkeit und Auswertbarkeit spricht klar für die analogen Systeme. Es ist heute kein Problem ein über 100 Jahre altes Glasplattennegativ anzusehen, zu vergrößern und auszuwerten. In Millionen von Wohnzimmerschränken ruhen Milliarden von Fotos, Negativen, Dias, die man jederzeit ansehen, auswerten kann. Seit massenhafter Verbreitung von Digitalen Aufnahmesystemen nimmt die Zahl der nach 10 Jahren noch verfügbaren, verwertbaren Bilder stetig ab. Dies liegt zum einen an der Flüchtigkeit der Speichermedien (eine selbstgebrannte CD hat in der Regel eine Lebensdauer von weniger als 10 Jahren), zum andern aber auch am technischen Fortschritt: Viele Bilddateien werden auf den alten Rechnern und alten Sicherungsfestplatten vergessen, wenn man sich einen neuen Computer kauft. Bisher sind noch alle digitalen Bildformate von den großen Bildbearbeitungsprogrammen lesbar. Ob dies auch in Zukunft so bleiben wird, oder ob demnächst eine neue Betriebssystem- oder Programmversion einmal nicht mehr hunderprozentig abwärtskompatibel sein wird, weiß niemand. Alte Datenträger kann man mittlerweile schon oft nicht mehr lesen, weil die Lesegeräte fehlen. Erinnern Sie sich noch an Disketten,"floppy disks"? Es gab sie einmal in 8", 5,25" und 3,5". Heute findet man in historischen Geräten manchmal noch die kleine 3,5" Version. Die größern können noch ein paar EDV-Freaks oder Universitätsinstitute abspielen. Freunde der Videographie haben schon seit Jahren das Problem, daß sich nicht nur die Magnetbänder aus den 70ern, 80ern und mittlerweile auch die aus den 90er Jahren auflösen, sondern daß es auch für die damaligen Videorekorder keine Ersatzteile mehr gibt.
             
Daß ein derart primitives Gerät wie ein Diaprojektor einmal nicht mehr reparierbar sein sollte, kann sich wohl niemand vorstellen, der einmal einen alten Handwechsler von Leitz wie den Prado Universal oder einen moderneren Götschmann G67 gesehen hat. Diese Geräte kann jeder Feinmechaniker reparieren, die Ersatzteile werden im Zweifelsfall aus dem vollen Material neu gefräst. Und selbst ohne Projektor ist ein Dia oder Negativ immer mit einer Lupe vor einem hellen Hintergrund betrachtbar und auswertbar. Für die weitere Verarbeitung des Bildes ist es dann kein Problem ein solches haltbares Dia oder Negativ mit den jeweils aktuellen Methoden zu scannen, zu digitalisieren. Ist die Qualität des Scanners auf der Höhe der Zeit, wird das Ergebnis dem einer digitalen Aufnahme nicht nachstehen.
                          
         
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So rein und klar wie die 6 Farben über diesem Absatz ist die Welt der analogen Bildaufzeichnung fast nie. So leuchtend und noch leuchtender ist sie schon seit vielen Jahrzehnten. Ihre Grauabstufungen sind schon seit über einem Jahrhundert feiner und fließender als es ein normaler Computermonitor wiedergeben kann.
                    
Die Umsetzung der analog aufgezeichneten Bilder in die digitale Welt ist eine Herausfordung der sich heute nur noch wenige Gerätehersteller stellen. Einer davon ist die Firma Hasselblad. Seit Jahrzehnten bekannt für professionelle Fotokammeras, sei es analog oder digital. Ich verwende einen Hasselblad Flextigt X1 Scanner zur Umsetzung meiner analogen Rollfilmaufnahmen in die digitale Welt. Mehr zu dem Scanner, der Scantechnik und den Scanpreisen finden Sie bei www.drumscan.de.
         
Meine analogen Rollfilmdias haben eine Bildfläche von bis zu 57 x 225 mm (Format 6x24 cm). Mit einer Auflösung von 3200 dpi gescant ergibt das als verwertbares Bild 7.000 x 28.000 Bildpunkte. Das sind in den beliebten Megapixeln ausgedrückt 196 Megapixel. Selbst eine Aufnahme im klassischen Rollei- oder Hasselbladformat 6x6 hat dabei schon 49 Megapixel und erzeugt einen Tonwertreichtum von dem viele Digitalkameras nur träumen können...