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 peteremmerich.eu  
peters blog:  alter weißer mann schreibt.
      
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Triggerwarnung!

Politisch nicht korrekter Text folgt.

Es werden Unworte benutzt.

Zarte empfindsame Menschen könnten sich angegriffen fühlen.

Alter weißer Mann schreibt.


Die Texte sind chronologisch abgelegt,
der älteste Text folgt dieser Einleitung,
der neueste Text findet sich ganz unten.

Um den alten weißen Mann ein wenig besser zu verstehen, sollte man vielleicht seinen ersten Text zuerst lesen. Auch weitere Texte beziehen sich zum Teil auf ältere Texte, daher diese, für einen Blog ungewöhnliche, Reihenfolge...

              
  
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01.05.2021
   

Alter weißer Mann. Ich bin einer.
             
Ich bin über 50. Mein Abitur habe ich Mitte der 80er des letzten Jahrhunderts gemacht. Bis dahin habe ich in der Schule Schreiben, Lesen, Rechnen und noch ein paar andere Kulturtechniken erlernt, auch ein Stück weit Denken und Diskutieren.
 
Damals gab es - zumindest in meiner Erinnerung - keine verbotenen Wörter. Es gab ein paar verbotene Bücher (Hittlers "Mein Kampf" und ein paar Bücher über die berauschende Wirkung von Pilzen gehörten dazu...).
Es gab - zumindest in meiner Erinnerung - keine verbotenen Gedanken.
Es gab in unserer Schulbibliothek einige über 100 Jahre alte Bücher und ein paar bis circa 250 Jahre alte. Bücher im Alter von 40 bis 50 Jahren gab es fast keine, denn die wären in der Zeit des Nationalsozialismus erschienen. Aber sonst gab es fast alles.
In diesen Büchern war von Negern geschrieben und von Zigeunern, es waren die Foltermethoden der Hexenprozesse, die Greuel der mittelalterlichen Kriege, die Sklavenhaltung der USA und Strafexpeditionen der europäischen Reiche in ihren Kolonien beschrieben, ebso die Greuel Nazideutschlands und die Wirkungen der Atombomben- und Chemiewaffeneinsätze. Daneben standen die alten Dichter, Denker und Philosophen und all die modernen Werke der Literatur, der Naturwissenschaft und der schönen Künste. Die Bibliothek war groß.
Die Bücher trugen keine Warnhinweise wegen graussamer oder möglicherweise verstörender Inhalte und es waren keine Worte geschwärzt oder gestrichen und durch neue ersetzt.
Es gab Bücher in allen historischen Formen der deutschen Schriftsprache.
Die alten Bücher durften sein wie sie waren und man durfte sie so lesen und auch im Unterricht aus ihnen so zitieren, wie sie waren, man gab ja an, wann sie geschrieben und gedruckt waren.
Geschichte durfte sein.
"Poltisch korrekt" oder "gendern" waren Begriffe, die es noch nicht gab.
 
Heute ist das in meiner Erinnerung fast ein goldenes Zeitalter gewesen.
Ein unbeschwerteres Zeitalter.

Heute darf man viele der damals "normalen" (im Sinne von üblichen, oft benutzten) Worte nicht mehr verwenden.

Damals aß man ein "Zigeunerschnitzel", das ebensowenig aus einem Zigeuner gemacht war, wie ein genauso übliches "Jägerschnitzel" aus einem Jäger, und kaufte zum Grillen Ketchup, Senf und ein Glas "Zigeunersoße".
Der in Deustchland relativ berühmte Jazzmusiker Häns'che Weiss machte, wie er selbst sagte, Zigeuner-Jazz und sein Album zum fünfjährigen Bestehen seiner Band hieß "Häns'che Weiss Quintett - 5 Jahre Musik deutscher Zigeuner". Er sprach auf der Bühne von sich und seine Kollegen als "Zigeunern". Ich habe ihn und seine Musiker im Jahr meines Schulabschlusses kennengerlernt und mich mehrfach mit ihm unterhalten. Auch wenn "Zigeuner" von einigen Menschen als Schimpfwort verwendet wurde, stand er zu dem Begriff, den er selbst mit einer gewissen Hochachtung verwendete. Er sprach von sich und seinen Vorfahren als Zigeunern, nicht als Sinti oder Roma oder...  Später, ein paar Jahre vor seinem Tod 2016 beugte auch er sich dem allgemeinen neuen Sprachgebrauch und verwendete das Wort nicht mehr...
 
Ähnlich war es mit Afroamerikanern (es gab einige davon bei uns, fast alles Soldaten in der US Armee) oder Afrikanern. Negro oder Neger war kein Schimpfwort und Schoko-Schaumküsse hießen Negerküsse oder Mohrenköpfe - auch auf der Packung und in Prospekten. Niemand - besonders auch die Mitmenschen mit dunkler Hautfarbe - wäre auf die Idee gekommen Anstoß an einer Mohrenapotheke oder dem damals bekannten Sarotti-Mohr zu nehmen.

In Kinderbüchern gab es Neger. Jim Knopf war einer, aber es gab sie auch bei der kleinen Hexe oder Pipi Langstrumpf oder bei Asterix und Obelix. Meist waren sie als ganz normale nette Menschen dargestellt - außer bei Asterix, dort waren Sie als ziemlich dumm und grobschlächtig dargestellt, aber das waren Italiener und Deutsche (Römer und Goten) schließlich auch. Sie hatten eine dunkle Hautfarbe und um sie von den eigentlich rosafarbenen "Weißen" zu unterscheiden, nannte man sie Neger. Kein Kind dachte dabei Abwertendes und von den vorlesendsen Erwachsenen auch nur wenige politisch ewig gestrige. Heute "darf" man das "N-Wort" nicht mehr verwenden.

Selbst das Wort "normal" darf man heute nicht mehr verwenden ohne es zu erklären. Es könnten sich Menschen verletzt fühlen, die sich selbst als anders als die Masse sehen, als "unnormal" sehen und das dann auch allen anderen Benutzern diese Wortes unterstellen.  

Bücher waren damals. Sie wurden irgendwann geschrieben und dann waren sie.
Vielleicht wurden sie auf Grund politischer Ereignisse in einigen Ländern, vor allem in weiter östlich gelegenen mit totalitären Regimen, verboten, aber bei uns, in den "freien westlichen Demokratien" waren sie einfach nur.
Man konnte sie ansehen und lesen oder es bleiben lassen. Wenn man sie las, tat man das selbstverständlich auf eigenes Risiko. Was einen zwischen den beiden Buchdeckeln erwarten würde konnte man vorher nur an Hand von Autor, Titel, Klappentext und vielleicht Titelbild oder Aufmachung erahnen.
Es gab keine Triggerwarnung. Und es gab auch seit gut einem Jahrhundert keine verschlossenen Bücherschränke mehr in den Bibliotheken, wie man sie aus alten Klöstern für die gefährlichen freidenkerischen Schriften kannte.
 
All das ist heute undenkbar.

Heute gibt es verbotene Worte.
Heute werden Bücher umgeschrieben und Worte oder Gedanken gestrichen.
Heute gibt es eine Cancel-Culture und daraus resultierende Redeverbote - teils echte, teils aus vorauseilendem Gehorrsam.
Heute gibt es Triggerwarnungen.

Es fing - in meiner Erinnerung - um die Zeit meines Eintrittes in die gymnasiale Oberstufe an: In den deutschen Küchen fanden sich immer öfter Mikrowellengeräte.
Bis dahin kochte man mit elektrischen, gasbetriebenen, ölbetriebenen oder mit Holz und Kohle betriebenen Herden und Backöfen in diversen Ausführungen. Diese Dinger wurden immer in irgendeiner Form heiß und es galt damals als normales Risiko sich an einem heißen Gerät zu verbrennen. Man setze voraus, daß es Menschen, die seit Jahrtausenden das Feuer beherrschten, klar sei, was man mit diesen Geräten tun dürfte und was nicht, wofür sie gedacht waren und wofür nicht.
Die Bedienungsanleitungen waren relativ kurz und setzten einiges Wissen, das man damals auch unter dem Schlagwort "gesunder Menschenverstand" zusammenfasste, voraus.
Mit der Mikrowelle wurde alles anders. Sie kam aus den USA, dem Land der unbegrenzeten Möglichkeiten - und wie einige alte Europäer dann dachten - auch dem Land der unbegrenzten Idiotie. In den - eindeutig aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzten - Bedienungsanleitungen der Mikrowellengeräte stand, man dürfe sie nicht verwenden um Haustiere darin zu trocknen.
Mit diesem Warnhinweis fing für mich die heutige Kultur der Triggerwarnungen an.

Selbstverständlich durfte man in Geräten, die dazu gebaut waren in möglichts kurzer Zeit mit möglichts hoher Energiedichte Speisen zu erhitzen, keine lebenden Tioere trocknen! Wenn ich meinen Hamster nicht essen wollte, warum sollte ich dann auf die Idee kommen, ihn in die Mikrowelle zu tun?
Warum vor einem derartigen Schwachsinn warnen oder ihn untersagen?
Ein Hinweis, man solle den Hamster vor dem Erhitzen erst ausnehmen, da es ansonsten wegen der stärkeren Erwärmung im Inneren zu einem vermutlich recht unappetitlichen Platzen des Tieres kommen könnte, hätte ich ja noch verstanden - obwohl man das auch bei anderen Garmethoden üblicherweise erst tat...
 

 
Ich bin ein alter weißer Mann...

... Die Gleichberechtigung von Frauen in allen Lebensbereichen ist mir seit ich denken kann selbstverständlich. Ich komme vom Land. Die Bäuerinnnen und die Handwerkerfrauen haben seit ich denken kann die Kassen verwaltet und einige hatten, seit sie ihn in sehr jungen Jahren im Krieg verloren hatten, keinen Ehemann und haben den Familienbetrieb hervorragend geleitet. Ich kannte in meiner Kindheit einige ältere Herren ohne Geld in der Tasche, die älteren Frauen hatte nie leere Taschen und wenn sie etwas sagten, dann wurde das gemacht...

... Die sexuelle Orientierung meiner Mitmenschen ist mir, spätestens seit ich zu Beginn meines Studiums in Köln den ersten Homosexuellen näher kennengerlernt habe, völlig gleich. Wenn ein gleichgeschlechtliches Paar sich Treue und Beistand ("Ehe") versprechen möchte, oder Kinder in die Welt setzen oder adoptieren ist das nichts anderes, als wenn es ein heterosexuelles Paar tun möchte. Auf die Menschen kommt es an, nicht darauf mit wem sie ins Bett steigen. Schade, daß einige Kirchenleute das noch immer nicht verstanden haben.

... Die Herkunft meiner Mitmenschen, die "Rasse" oder "Volkszugehörigkeit" oder der Wohnort ihrer Vorfahren, ihr Aussehen spielten für mich nie eine Rolle. Das "Fremde" war schon immer mehr Bereicherung als Ablehnungsgrund.

... Die Sozialisation, die Weltanschaung, die Religion, die Herkunftskultur meiner Mitmenschen sind ein ganz anderes Thema.
Das ist das Thema, an dem man mich als alten weißen Mann erkennen kann.

Ich bin Christ, aufgewachsen in der christlich-jüdischen Tradition Mitteleuropas. Das Chistentum, die Reformation und die Aufklärung sind mir absolut selbstverständlich und unabdingbar. Das Judentum auch. Jeder Christ ist ein Stück weit Jude, denn Christus war Jude. Die Geschichte Europas ist mir ohne die Geschichte der europäischen Juden undenkbar. Antisemitismus ist undenkbar.
Freiheit der Gedanken, die ein gutes Stück weit aus der jüdischen Tradition stammt, ist unabdingbar.

Toleranz und Gleichheit sind selbstverständlich.
Toleranz und Gleichheit sind auch zweischneidig: Das Judentum gehört zu Europa, denn es war geschichtsprägend und (positiv) geschichtsgestaltend. Der Islam war für Europa auch geschichtsgestaltend, allerdings eher im Sinne von äußerer Bedrohung (Türkenkriege); ich widerspreche einem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten, der vor vielen Jahren meinte, der Islam gehöre zu Deutschland. Das müßte er sich bei mir erst noch "verdienen" - und darum sieht es gerade heute wieder eher schlecht aus...

Ich bin tolerant und erwarte auch entsprechende Toleranz. Wer in einem christlich geprägten Land Moscheen bauen möchte, muß selbststverständlich dafür sorgen, daß in seinem muslimischen Herkunftsland Kirchen gebaut werden dürfen. Wer hier seinen Gebetsteppich ausrollen und beten möchte und auf der Strasse für seinen Glauben werben möchte, der muß das Entsprechende selbstverständlich in den muslimischen Ländern den Chisten erlauben.
Toleranz erfordert Toleranz.

Wer hier leben möchte, muß sich an die hiesigen Gesetze halten und die hiesige Kultur anerkennen und achten.
Das tue ich in jedem Urlaub in jedem Urlaubsland so. Wo ich dazu nicht bereit bin, gehe ich nicht hin!
 
Das Gastrecht ist heilig - und das ist gut so - allerdings sollte sich auch der Gast wie ein solcher verhalten - und das Gastrecht selbstverständlich bei sich zu Hause genauso gewähren.

Die Sprache gehört zum Land. Wenn ich in einem Land leben will, muß ich die Landessprache sprechen.
Für einen kurzen Urlaub, eine Besichtigungsreise, reicht es, mich verständlich machen zu können und den guten Willen zu haben, zu verstehen. Auf Dauer meinen Lebensmittelpunkt kann ich aber nur dort haben, wo ich die Landessparache verstehe und spreche und mich mit den Einwohnern unterhalten kann. Wer nicht bereit ist, die Sprache zu lernen und sich den kulturellen Gepflogenheiten zu einem gewissen Grad anzupassen, sollte nicht  in einem Land wohnen. Es gibt genug Auswahl!
 
An diesen letzten Punkten erkennt man mich, glaube ich, als alten weißen Mann - aber ich denke, daran würde man auch einen alten schwarzen Mann oder einen alten gelben Mann oder einen alten roten Mann erkennen - oder vieleicht auch einfach einen alten weisen Mann...  ;-)
- oder auch eine alte weise Frau...  ;-))
 


Ich bin ein alter weißer Mann

Damit sind wir schon beim nächtsen Punkt: Mann und Frau und alles dazwischen.

Es mag sein, daß es zwischen Mann und Frau noch unzählige andere geschlechtliche Ausprägungen von Menschen gibt. Jeder mag sich fühlen als was er mag und wenn er oder sie nicht mag, was er oder sie ist, mag er oder sie sich von mir aus auch "umbauen" lassen. Das fällt für mich alles unter die oben schon erwähnte Freiheit der sexuellen Orientierung. Ich habe auch nichts gegen allgeschlechtliche Toiletten oder Waschräume, sofern dies denn von allen Beteiligten getragen wird.
Als problematsich sehe ich es allerdings an, wenn durch die Anerkennung dieser Vielfalt die Sprache nicht mehr sprechbar wird und Menschen auf Grund ihrer Weigerung sich einem von gewissen Gruppen geforderten Umbau der Sprache zu unterwerfen diskreditiert und sogar diskriminiert werden.
Wer gendern mag, Sternchen und Doppelpunkte und Klicklaute und stumme Pausen in seine Sprache einbauen mag, möge das tun. Ich mag es nicht.
Durch die Rechtschreibreform wurde die deutsche Sprache schon in einigen Teilen sinnentlehrt (Telephon und Photographie waren noch sinnhaltige, selbsterklärende Worte, was man von dern Versionen mit "f" nicht mehr sagen kann) und schwer schreibbar. Durch das Gendern wird sie endgültig unschreibbar und unsprechbar.
Wie soll ich einem Gedanken folgen, wenn ich mich dauernd auf wundersame Geschlechtsneutralisierungen konzentrieren muß?
Ich bin ein Mann, ich bin nicht multitaskingfähig!

Ich habe nichts dagegen, wenn wir für die nächsten zwei-, drei- oder vierhundert Jahre beschließen statt eines generischen Maskulinum ein generisches Femininum zu verwenden. Dann lassen wir alle alten Schriften wie sie sind und schreiben alle neuen in weiblicher Form und reden auch in weiblicher Form. Das ist für mich in Ordnung. Das erfordert eine gewisse aber klare Umgewöhnung und dann ist es so. Kein Problem, frau wird dann so reden und frau wird dann so schreiben. Aber bitte laßt es uns dabei belassen, frau kann doch nicht ewig alles anpassen und für jede noch so kleine Minderheit Sondreregelungen schaffen.
In Deutschland sind solche Überlegungen schwierig und oft unpopulär, frau denkt, frau müsse doch für alles offen sein. In Frankreich sieht man das zur Zeit (Mai 2021) etwas anders, "der französichse Bildungsminster hat die Verwendung geschlechtsneutraler Schriftsprache an Schulen per Erlass verboten. Die in Frankreich verwendeten Pünktchenwörter behinderten das Lesen." hieß es am 07.05.2021 in der Onlineausgabe der FAZ.   

 
Alter weißer Mann - ein Kampfbegriff ?!

Wie schon mehrfach erwähnt, ich bin ein alter weißer Mann.
Das ist ganz einfach wahr.
Wenn junge weiße Frauen, junge schwarze Frauen und junge ... glauben, das als Schimpfwort oder Kampfbegriff verwenden zu können, muß ich sie leider enttäuschen: ich fühle mich nicht getroffen.
Ich fühle mich allerdings betroffen, wenn Menschen, die sich gegen Rassismus, gegen Homophobie, gegen Ausgrenzung jeglicher Art stellen wollen, selbst beginnen andere - in diesem Fall alte weiße Männer - diskriminieren und ausgrenzen zu wollen.
Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? (Matthäus 7,3) und Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. (Johannes 8,7)
 
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08.05.2021
 

Alter weißer Mann & die Klimarettung
             
Wir wollen das Klima retten, das Weltklima. Gar nicht so einfach, das ist so groß.
Wir müssen im Kleinen anfangen, heißt es. Alle Veränderungen haben einmal klein angefangen. Wenn wir im Kleinen anfangen, dann werden andere dazu kommen, werden andere mitmachen, heißt es.
Eine schöne Theorie. Sie ist auch wahrscheinlich richtig: wenn wir anfangen, dann werden andere kommen und mitmachen. Aber - das „Aber ist ein böses Wort, es negiert, was vor ihm steht um nur gelten zu lassen was nach ihm kommt - aber das hilft nicht, das dauert in diesem Fall zu lange. die Zeit haben wir nicht. Die Zeit, in der wir mit Babyschritten hätten anfangen können, ist längst vorbei. Wir brauchen Änderungen jetzt!
Es hilft dem Weltklima nicht, wenn ein paar deutsche Studenten von nun an mit dem Fahrrad zu Uni fahren statt mit dem von Oma finanzierten Sportwagen. Es hilft dem Weltklima nicht, wenn ein paar deutsche Helikoptermuttis von nun an ihre lieben Kleinen nicht mehr mit dem 200 PS SUV zu Schule fahren, sondern ihnen vor der Haustür einen Abschiedskuss geben und sie auf den Weg schicken. Es hilft dem Weltklima nicht, wenn wir in Deutschland die saubersten und jüngsten Kohlekraftwerke der Welt abschalten und verschrotten und dafür den Wald mit Unmengen riesiger Windmühlen vollbauen, die heute den Wald, die Tierwelt und das Grundwasser gefährden und nie mehr ganz abgebaut werden sollen, sondern deren riesige Betonfundamente auch nach Betriebsende im Boden bleiben werden und weiterhin Waldentstehung unmöglich machen. Es hilft dem Weltklima nicht, wenn wir in unserem kleinen Deutschland irgendetwas nur bei uns tun.
Was könnte man denn Großes tun? Was hätte mehr Effekt, als unser klein klein?
Deutschland alleine hat keinen wirklichen Einfluß auf das Klima, Anderes zu glauben ist nicht nur Selbstüberschätzung, es ist schlichtweg Größenwahn. Wenn man etwas ändern kann, dann auf europäischer Ebene. Hier geht es um Dinge, die nicht mehr nationalstaatlich zu regeln sind.
Wie sollen wir denn das Klima nationalstaatlich retten oder europäische oder gar multinationale Konzerne regulieren? Europa kann etwas ändern. Wie? Ich hätte da so ein paar Ideen:
i) Verbot von Flügen mit einer direkten Flugstecke (Luftlinie) von weniger als 3000 km. Für diese relativ kurzen Strecken kann man Züge und Busse benutzen. Ausnahmeregelung für Strecken über Wasser, die nicht durch Landstrecken ersetzbar sind, also zu Inseln: Flüge kürzer als 3000 km sind zulässig zu Inseln oder anderen Kontinenten, die nicht auf dem Landweg erreichbar sind; diese Flüge dürfen aber sowohl auf der Startseite wie auch auf der Zielseite nicht mehr als 300 km (direkte Verbindungslinie) über Land führen.
Nicht unbedingt bequem, aber sehr wirksam.
Es gibt damit fast keine innereuropäische Flüge mehr. Die absolut unsinnigen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, Hamburg nach Paris oder München nach Wien werden verboten. Auch Zürich, Madrid, Barcelona, Rom, Paris oder Palma de Mallorca würden dann von Deutschland aus per Zug, Bus, oder im letzten Fall per Bahn und Flug oder Bahn und Fähre besucht. Das Verbot gilt für die EU. Flüge, die nicht diesen Vorgaben entsprechen erhalten keine Überfluggenehmigungen über das Gebiet der EU. Das gilt natürlich auch für Privatjets und Regierungsflugzeuge.
Es würde leer am Himmel - und der Ausstoß an Treibhausgasen würde merklich reduziert!
ii) Verbot von Schiffen die mit Schweröl betrieben werden. Sowohl Frachtschiffe wie auch große Kreuzfahrschiffe fahren zur Zeit auf offener See zu einem sehr großen Teil mit Schweröl. Dreckiger kann man Vortrieb nicht erzeugen! Nur in Häfen und wenn sie „gesehen werden schalten sie den Antrieb auf relativ sauberen Schiffsdiesel um. Solche Schiffe dürfen keinen Hafen der EU mehr anlaufen, nicht mehr durch Hoheitsgewässer der EU-Staaten fahren und ihre Fracht darf nicht mehr - auch nicht über Drittstatten - in die EU verbracht werden. Was einmal auf einem solchen Schiff war, kommt nicht mehr herein.
Diese Regelung, genau wie die oben genannte Flugregelung, gilt selbstverständlich auch für jede Art staatlicher Transporte und Reisen von Regierungsmitarbeitern. Von der Schiffsregelung gibt es keine Ausnahmen, auch nicht für militärische Schiffe. Von der Flugregelung sind Handlungen zur nationalen Verteidigung, zum Katastrophenschutz und zur Katastrophenhilfe ausgenommen. Der Mitflug von Regierungsmitgliedern ist nur im Verteidigungsfall zulässig.
Staaten, die sich auch intern und in Beziehungen außerhalb der EU an diese oben genannten Regeln halten, können Handelspartner der EU werden. Mit Staaten, die sich nicht an diese Regeln halten, wird die EU keinen Handel oder sonstigen Austausch betreiben. Sie erhalten auch keinerlei Hilfen.
Wenn also die USA mit der EU Handel treiben wollen, dann werden auch die inneramerikanischen Flüge (bis auf die Pazifikinseln und Alaska) eingestellt und die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe werden sauber werden. Entsprechendes gilt für Russland und China.
Das widerspricht jeder Art von Globalisierung.Das ist unbequem.Das führt zu großen Veränderungen in der Weltwirtschaft.Stimmt.Und: Das hilft!Das ist machbar.Das stimmt auch!
Vielleicht müssen dazu internationale Konzerne aufgelöst werden. Wenn diese multinationalen Konzerne aufgelöst werden, ist das für die Menschheit und besonders die Menschlichkeit sicher kein großer Verlust. Sie waren es in den letzten 100 Jahren und sind es heute, die die sogenannte dritte Welt ausbeuten, die für die Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt sorgen und die maßgeblich dafür sorgen, daß die Schere zwischen arm und reich immer weiter aufgeht. Wenn z.B. ein schweizer Nahrungsmittelkonzern nicht mehr in Indien, Pakistan und Afrika Brunnen aufkauft um das Wasser dann in Flaschen an die Menschen zu verkaufen, die vorher ein paar hundert Meter weiter aus eigenen Brunnen aus genau den nun von den großen Brunnen trockengelegten Schichten ihr Wasser pumpten, ist das genau so wenig ein Verlust, wie wenn ein ehemals amerikanischer, mittlerweile von einem deutschen Konzern aufgekaufter Konzern nicht mehr Samen von patentierten Getreiden verkauft, die selbst keine fruchtbaren Samen mehr erzeugen können und damit Kleinbauern in aller Welt aushungert um den eigenen Gewinn zu steigern.
Sicher müssen wir uns und andere sich klar machen, daß diese Welt Grenzen hat, innere und äußere. Diese Welt ist begrenzt und wir haben nur diese eine. Was wir auf ihr tun hat seinen Preis. Für einiges wird der Preis sofort fällig, für anderes später. Gezahlt wird immer.

Die billige Uhr aus China am Handgelenk, das alljährlich neue Smartohone, die südafrikanischen und indischen Trauben im Frühjahr, die afrikanischen Tulpen im Dezember, die billige Kleidung aus Pakistan, der Kurzurlaub per Flugzeug in Lissabon, Paris oder London, die Flugreise nach Antalya oder Hurghada, der kurze Trip nach Moskau, die Kreuzfahrt im Sommer, all das hat seinen Preis. Der Preis heißt Klimaveränderung.

Mein Urgroßvater und seine Uhr - ein wenig Geschichte: Als mein Urgroßvater sich vor etwas mehr als 100 Jahren eine Uhr kaufen wollte, kostete das circa einen kompletten Monatslohn eines gut ausgebildeten Arbeiters. Da dann kein Geld mehr zur Ernährung der Familie übrig gewesen wäre, mußte auf eine Uhr über Jahre gespart werden. Hatte man sie dann, wurde gut auf sie aufgepasst. Ging sie kaputt, wurde sie repariert. Die Taschenuhr meines Urgroßvaters hatte ich als Teenager noch. Ihr Innendeckel war voller Reparaturvermerke der Uhrmacher. Als mein Großvater sich kurz vor dem zweiten Weltkrieg eine Armbanduhr kaufte, kostete ihn das fast einen kompletten Monatslohn. Er mußte nicht mehr so lange ansparen wie mein Urgroßvater, denn der Lebensstandard war gestiegen, aber die Familie mußte sich für so eine Anschaffung schon einige Zeit einschränken. Als mein Vater sich in den 1960ern eine Armbanduhr kaufte, war sie um einiges günstiger zu haben, aber einen halben Monatslohn kostete sie noch immer. Sie wurde, wenn sie ausfiel noch genau wie die Uhr meines Großvaters und Urgroßvaters repariert. In den 1970ern und 1980ern kamen dann die Billiguhren und die Wegwerfmentalität setzte zusammen mit dem weltweiten Handel endgültig ein. Meine ersten Uhren waren Wegwerfuhren. Wenn sie nicht mehr richtig gingen oder das Glas zu viele Kratzer hatte, wurden sie durch neue ersetzt. Eine Reparatur hätte sich nicht gelohnt, es war billiger eine Ersatzuhr aus China kommen zu lassen - oder eine deutsche Uhr mit chinesischem Quarzwerk zu kaufen. Meinen Kindern ist es heute unvorstellbar auf eine Uhr ein oder zwei Jahre zu sparen oder sie sich von Eltern und Großeltern zusammen als Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk zu wünschen. Seit über 20 Jahren trage ich wieder eine mechanische Armbanduhr. Sie ist kein Schmuckstück, sondern ein Arbeitsgerät. Robustes Edelstahlgehäuse mit starkem Saphirglas, funktional und stabil. Sie hat damals ein Monatsgehalt gekostet und würde heute wieder ein - durch Beförderungen gestiegenes - Monatsgehalt kosten. Alle 3 bis 4 Jahre bekommt sie eine Totalrevision, das heißt, ich gebe sie zu einem Uhrmacher des Herstellers, der sie komplett in ihre Einzelteile zerlegt, reinigt, abgenutzte Teile ersetzt, sie wieder zusammenbaut, schmiert und einstellt. Das kostet alle 4 Jahre so viel wie 4 nicht ganz billige Wegwerfuhren.(Zur Klarstellung für die, die nun anfangen zu rechnen und zu raten: Die Uhr hat Anfang 2000 circa 2500 DM gekostet und ihre Nachfolgerin kostet heute circa 4000 €, die lebenserhaltende Totalrevision kostet circa 400 €.)Diese „teure Uhr kostet mich so viel wie billige Uhren und so viel, wie eine Uhr die letzten 100 Jahre immer gekostet hat. Sie schont die Umwelt, denn hergestellt wurde sie in der Schweiz und gewartet wird sie in Deutschland. Sie hat in den letzten 20 Jahren als Müll einen Satz Zeiger, eine Krone, 3 bis 4 Zahnrädchen aus Messing und Stahl und ein Dutzend kleine Dichtungsringe produziert, sonst nichts. Sie hilft hoch qualifizierte Arbeitsplätze hier und in der Schweiz zu erhalten. Sie ist gut für die Umwelt - und das Klima.
Ähnlich wie mit meiner Uhr können wir es mit vielen Dingen machen, angefangen vom Küchenmesser, das wir hochwertig herstellen und nachschleifen, bis zum Computer, den wir modular aufbauen und reparabel herstellen können. Gute Möbel aus massivem Holz halten Jahrzehnte und man kann sie durchaus mehrfach verändern statt alle paar Jahre die komplette Wohnungseinrichtung auf den Müll zu werfen. Haltbare Haushaltsgeräte und Autos sind technisch kein Problem, allerdings würden sie dann von Modeartikeln zur Selbstdarstellung wieder zu Gebrauchsgegenständen...

Diese Welt ist begrenzt und wir haben nur diese eine. Was wir auf ihr tun hat seinen Preis. Für einiges wird der Preis sofort fällig, für anderes später. Gezahlt wird immer. Und: Kinder haften für ihre Eltern.

   
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15.05.2021
 

Alter weißer Mann & Bücher zu Palästina
    
Alte weiße Männer haben - manchmal - Bücher. Bestenfalls sogar alte Bücher. Und manchmal haben sie alte und neue Bücher.

Ich habe alte und neue Bücher. Hin und wieder lese ich in ihnen, manchmal schlage ich auch etwas in ihnen nach. Das ist ganz interessant, denn es ist wie in einer Zeitkonserve zu lesen. Bücher wurden einmal gedruckt und seitdem sind sie so. Sie verändern sich nicht mit der Zeit, mit den Moden, mit den politischen Überzeugungen. Sie sind einfach und sie bleiben.
Diese Eigenschaft, diese Starrheit, haben auch schon viele von ihnen "das Leben" gekostet. Sie sind verboten worden, eingezogen worden, verbrannt worden. All das, weil den Mächtigen der Zeit und des Ortes, den "Entscheidern", ihr Inhalt nicht gefiel.

Oftmals haben aber trotz derartiger Säuberungsaktionen einige Exemplare auch dieser in Ungnade gefallenen Bücher überlebt. Der Vorteil des Buchdrucks: es werden meist viele, sehr viele Exemplare hergestellt und diese verteilen sich dann über die Welt. Das ist wie das Ideal der Datensicherung: Viele Sicherungskopien herstellen und sie möglichst weit verteilt und unter unterschiedlichsten Bedingungen lagern.

Das Internet ist anders. Abgesehen von wenigen aufgwendig gesicherten Daten (Stichwort "Block-Chain"), sind Daten, insbsondere in dem seit Jahren beliebtesten Nachschlagewerk der technisierten Welt, absolut ungeschützt und haben keinerlei erkennbare Änderungshistorie. Vorallem können Daten gelöscht werden und verschwinden aus dem Blick der Welt. Man kann Dinge auf diese Art ungeschehen machen, Wahrheiten verschwinden lassen.

Das klingt bis hierher alles recht theoretisch und nach freischwebender Philosophie ohne allzuviel Realitätsbezug.

Der Realitätsbezug heißt Palästina.

Ein - heute - trauriges Kapitel der Weltgeschichte. Früher ein Streifen karge Sand- und Felslandschaft am östlichen Rand des Mittelmeeres mit recht dünner Besiedelung.

""Palästina griechisch-röm. Name für das hebräische Pleschet, wurde anfangs nur für Phiulistäa, die Küstenebene der Philister südlich von Joppe (Jafa), aber schon früh für das ganze Land der Juden gebraucht, während das Westjordanland Kanaan hieß. Die Bibel spricht vom Heiliegn Land, Gelobtem Land, Jehovas Land. Die nördliche Grenze liegt am Fuß des Hermon, die südliche etwa unter 31 1/2  Grad, die östliche unter 36 Grad öst. L.
P. umfaßt etwa 28.000 qkm. Heute bezeichnet P. das südliche Syrien (s.d.) , das im N. von der Depression zwischen Acca und dem Jordan , im Osten vom Jordan, im Süden Ägypten (Grenze el Arisch  - el Akaba) begrenzt ist; doch wird auch das alte Galiläa im N. mit einbezogen.
Bodengestaltung, Klima, Pflanzen- und Tierwelt. (...)
Bevölkerung und Erwerbsleben. P. umfaßt heute das Mutessarriflik [Provinz] El-Kuds oder Jerusalem, die Wilajets [Verwaltungsbezirke] Beirut und Syrien und hat etwa 650.000 Einw. (Syrer und Araber, daneben Griechen, Türken, Juden und "Franken"). Rumänsiche und russische Juden bilden über 24 Ansiedlungen; größere deutsche Kolonien befinden sich in Sarina, Haifa, Jafa und Jerusalem (württembergische Templerkolonie seit 1870). Der Erwerb beruht auf Viehzucht (Schafe, Ziegen, Hühner, Rinder, Büffel, Kamele) und Gartenbau. Der Landbau (Orangen bei Jafa, Wein in Haifa, und Sarona, Weizen, Gerste, Hülsenfrüchte Sesam, Tabak) leidet unter der Dürre und den Heuschrecken. Hauptausfuhrhäfen sind Haifa und Jafa (s.d.). Die Bahnen Haifa - Jerusalem und Haifa - Derat mit Anschluß an die Hedschasbahn erschließen das Land.
Geschichte. (...)""  

Zitiert nach: Meyers Kleines Konversations-Lexikon, Siebente gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage in sechs Bänden, Leipzig und Wien, Bibliographische Institut, 1907.
Unter dem Punkt "Geschichte" folgt eine Auflistung der Bilblischen Geschichte Palästinas bis zur Eroberung durch Rom 70 n.Chr..

Danach heißt es weiter:
""Als Teil Ostroms (seit 395) teile P. die Geschicke Syriens. Als unter dem Kaslifen Omar die Muslimen Syrien erorberten (636) bildete P. die Militärbezirke Filistin und el Ardunn. Seit dem Aufkommen der unabhängiogen Dynastein in Ägyptren wurde P. von diesen beherrscvht, bis es 1517 an die Türken kamn. Unterbrochen wurde diese Herrschaft durch die Kreuzzühge (Königreich Jerusalem, christliche Feudalstaaten 1099 - 1187). Der Eroberungsversuch Napoleon I. 1799 scheiterte am Widerstand Akkas. Von 1831 - 40 gehörte P. zu Ägypten. Durch seine heiligen Stätten wurde P. mehrfach Anlaß politischer Verwicklungen.""  

Danach folgen nur noch die Literaturverweise.


Fällt Ihnen etwas auf?

Es fehlen die Palästinenser. Sie werden nicht erwähnt. An den 650.000 Bewohnern Palästinas haben wohl Syrer und Araber die beiden größten Anteile, gefolgt von Griechen, Türken und Juden und ein paar "Franken". Den Autoren des Textes waren keine Palästinenser bekannt, kein Volk das seit Jahrhunderten dort lebte und den Landstrich als seine Heimat und sich als sein Volk sah. Wahrscheinlich gab es Familien, die in der Gegend seit langer Zeit, vielleicht Jahrhunderten, lebten, sie wurden wohl als Araber bezeichnet und von diesen nicht unterschieden.

Palästina war das heilige Land der Juden, ihnen von ihrem Gott zugesprochen, auch als sie in alle Welt zerstreut wurden. Nach einer wechselvollen Geschichte lebte in Palästina vor gut 100 Jahren ein Völkergemisch.


""Palästina ["Land der Philister"], arab. Filastin, hebr. Erez Jisrael, Landschaft an der Ostküste des Mittelmeeres, hatte als engl. Mandatsgebiet (Palestine) 26300 qkm mit (1947) 1,93 Mill. Ew.
Landesnatur. (...)
Bevölkerung. Seit dem frühen MA. war P. vorwiegend arabisch-mohamedanisch, nur von jüdischen und christ. Splittergruppen durchsetzt. 1882 begann die die jüdische Einwanderung. 1922 gab es noch immer neben 83000 Juden und 71000 Christen 589000 Araber, 1947 waren es 614000 Juden , 146000 Christen und 1,09 Mill. Araber. Nach der Teilung P.s (1948) wurde durch die Flucht und Vertreibung von 852000 Arabern aus Israel und die weitere Masseneinwanderung von Juden das Verhältnis weiter zugunsten der letzteren verschoben.
Geschichte. Über die ältere Geschichte von P. > Israel 2), > Juden. Durch Pompeius kam P. 63 v.Chr. unter röm. Hoheit, bildete seit dem 1. Jh. n. Chr. eine Provinz des Röm. Reiches, war seit 395 oströmisch und stand 636 - 1918, abgesehen von der Zeit des Kgr. Jerusalem (1099 - 1187), unter mohamedanischer Herrschaft. Im 1. Weltkrieg wurde das Land von deutschen und türk. Streitkräften gegen die Engländer verteidigt und kam nach der engl. Eroberung (1918) unter die Mandatsverwaltung Großbritanniens (1923). Unter dieser nahm die jüdische Einwanderung stark zu, was zu Auseinandersetzungen mit den Arabern führte. 1939 wurde auf einer Konferenz in London die Errichtung eines unabhängigen binationalen Staates innerhalb von 10 Jahren beschlossen. Im 2. Weltkrieg war P. ein Stützpunkt für die brit. Nahostpolitik. Nach dem Krieg wurde ein brit. P.-Plan 1947 verworfen, darauf empfahlen die Verien. Nationen eine Zweiteilung des Landes. Die Juden begrüßten diese Entscheidung, die Araber lehnten sie ab. Daraufhin beschloß die brit. Regierung die Beendigng des Mandats und die Zurückziehung der Truppen zum 14.5.1948. Am gleichen Tag wurde der Staat > Israel ausgerufen. Ost-P. wurde am 24.4.1950 > Jordanien angegliedert.""

Zitiert nach: dtv Lexikon - ein Konversationslexikon in 20 Bänden. Deutscher Taschenbbuch Verlag, München 1976. Miut Genehmigung erarbeitet nach Unterlagen d Lexikon-Redaktion des Verlages F.A. Broickhaus , Wiesbaden.

Die Palästinenser fehlen noch immer, auch in dieser Darstellung aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Das zum Osmanischen Reich gehörende Palästina hat mit der Türkei den Ersten Weltkrieg verloren. Es wurde unter britische Kontrolle gestellt und nach dem zweiten Weltkrieg von den Briten aufgegeben und geteilt.
Palästina erging es wie vielen Gebieten in Europa und auf der ganzen Welt, die als Folge der beiden Weltkriege anderen Staaten zugesprochen wurden und deren Bevölkerung zwangsumgesiedelt oder zum Umzug genötigt wurde.


Aus der Geschichte heute nun einen Anspruch auf den heute Palästina genannten Landstreifen am östlichen Mittelmeer geltend machen zu wollen ist, als wolle man Schlesien von Polen zurückfordern oder das Protektorat Böhmen und Mähren wieder errichten.
Die meisten Menschen, die heute laut schreien, man müsse Israel boykottieren und einen freien Staat der Palästinenser ausrufen und unterstützen, würden jeden für verrückt erklären oder ins Gefängnis werfen wollen, der in Mitteleuropa die Gebietsveränderungen der beiden Weltkriege rückgängig machen will...

Die Weltpolitik hat vor über 70 Jahren entschieden.
Ende.


All das hat nichts mit Menschenrechtsverletzungen, die Israel an Menschen im Gaza-Streifen oder im Westjordanland verübt, zu tun.
Wird Israel jedoch aus diesen Gebieten angegriffen, hat es wie jeder Staat das Recht sich zu verteidigen und gegen die Angreifer vorzugehen. Wenn die Angreifer sich dann hinter der Zivilbevölkerung verstecken und die Zivilbevölkerung das duldet und unterstützt, obwohl sie Jahrzehnten weiß, was als Reaktion geschehen wird, weiß ich nicht, ob ich das dumm, dreist oder ... nennen soll.


Das Problem der Palästinenser ist, daß sie niemand wirklich haben will, daß sie niemand unterstützen will, auch und besonders ihre arabischen und muslimischen Brüder nicht.   
Man stelle sich vor, Deutschland würde noch heute Schlesier, Ostpreußen und Russlanddeutsche in Flüchtlingslagern leben lassen, hätte sie nicht in die normale Bevölkerung integriert, sondern würde ihnen die Rechte der Volkszugehörigkeit verweigern und sie in Lagern als geduldete Flüchtlinge leben lassen.

Undenkbar?

Genau das geschieht mit Palästinensern in Jordanien, im Libanon und in Syrien, ebenso in der West Bank und im Gaza Streifen. Im Jahr 2006 lebten nach Berichten der UNWRA in diesen Ländern in 59 Lagern circa 1,3 Mio als Flüchtlinge registrierte Palästinenser und in den genannten Staaten insgesamt circa 4,7 Mio.
Von ihren Bruderstaaten und Glaubensbrüdern wurden sie nicht aufgenommen und nicht eingebürgert. Man gab ihnen nur, z.B. in Jordanien, Pässe, damit sie nach Europa oder in die USA ausreisen können...
In ihren arabischen Bruderstaaten will man sie anscheinend nicht haben und födert lieber ihre Ausreise in die westliche Welt.


(Zahlenangaben des vorhergehenden Absatzes nach: "Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages - Die Palästinensischen Flüchtlingslager im Nahen Osten - Sachstand WD 2 - 174/06 - 9. Oktober 2006 - Fachbereich WD 2: Auswärtiges, Internationales Recht, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Verteidigung, Menschenrechte und humanitäre Hilfe)
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01.09.2021
 

Alter weißer Mann & Arbeitsschutz
    
Alte weiße Männer haben - relativ oft - Erinnerungen. Im Idealfall sogar genaue Erinnerungen.

Ich bin Photograph, beschäftige mich schon seit früher Jugend mit Photographie und und Kameras. Bestimmte Kameras und bestimmte Objektive haben mich dabei schon immer fasziniert.

Große Faszination übte dabei, seit ich sie das erste Mal gesehen hatte, eine Hasselblad auf mich aus. Nein, nicht Viktor Hasselblads genialer und zugleich furchtbarer Würfel, sondern eine eher seltene Sonderlinie, die Super Wide C oder später SWC; ein sehr kurzer Kamerakörper für die "normalen" Hasselblad Rollfilmmagazine mit aufsteckbarem Sucher und fest angebautem Zeiss Biogon 4.5 / 38 mm Obvjektiv. Traumhafte optische Leistung (auch schon bei offener Blende) auf knapp 6 x 6 cm Rollfilm. Eine der unerreichbaren Traumkameras meiner Jugend.

Später, im Studium, durfte ich mir die Kamera ausleihen und damit "spielen". Der Traum wurde ein Stück weit Wirklichkeit.

Und dann kam der Arbeitsschutz: Die Produktion dieses traumhaften Objektivs mußte eingestellt werden. Die Produktion einiger sehr guter Fotoobjektive mußte eingestellt werden. In der Herstellung wurden Blei und Arsen verwendet. Die Objektive enthielten - meist tief im Innern, für den Fotografen unerreichbar, ein oder zwei Linsen aus Sondergläsern. Gläsern mit ganz besonderen optischen Eigenschaften, sehr teuer, sehr wenig hergestellt, sehr selten und aus einem Herstellungsprozess mit Arsen und Blei...
Die Arbeitsschutzgesetzte ließen die Herstellung dieser Gläser nicht mehr zu. Zu gefährlich für die Mitarbeiter, hieß es. - Und in der Verwendung gefährlich für die Photographen, hieß es.

Einige alte Objektivtypen verschwanden vom Markt, andere wurden mit anderen Glassorten neu berechnet und verändert hergestellt. Die verändert hergestellten erreichten zunächst lange nicht die Leistung der alten Linsen. Es dauerte viele Jahre, bis man asphärische Linsen in einer so guten Qualität herstellen konnte, daß sie die verbotenen sphärischen Linsen aus den "gefährlichen Gläsern" einigermaßen ersetzen konnte.

Ich habe Bekannte in den besten deutschen Glaswerken und optischen Werkstätten gefragt, ob ihnen Fälle von erkrankten Mitarbeitern aus der Produktion dieser Sondergläser oder Objektive bekannt seinen. Negativ.
Nun ja, es ging um Sondergläser und Linsen und für professionelle Fotografen. Eine kleine Gruppe ohne große Lobby...
Und für militärische Anwendungen durfte die Produktion ja weitergehen, was aber zu dieser Zeit nicht allgemein bekannt war...

 
Ich kann nicht umhin diese Erinnerung an das alte Biogon und seine "Gefährlichkeit" mit heute zu vergleichen. Wir leben in Corona-Zeiten. Überall gibt es Schutzmaßnahmen, Plexiglaswände an Supermarktkassen, geschlossene Kabinen für Busfahrer, ...
Man versucht den lebensnotwendigen Betrieb im Bereich Versorgung und Transport aufrecht zu erhalten.

In Schulen gibt es Kinder. Diese sind ungeimpft. Mit ihnen, zwischen ihnen, an ihnen arbeiten Lehrer, Teilhabeassistenten, Verwaltungsangestellte, Hausmeister, Reinigungspersonal, Mensamitarbeiter. Für all diese Menschen stellen die Kinder eine potentielle Gefahr dar.

Der Schulunterricht in persönlicher Anwesenheit der Schüler in der Schule ist nicht lebensnotwendig für die Gesellschaft. Die Kinder stellen eine Gefahr für die Mitarbeiter - und natürlich für sich gegenseitig und ihre Verwandten daheim - dar. Aus Gründen des Arbeitsschutzes müßte man die Kinder aus der Schule verbannen und den Unterricht nur auf Distanz stattfinden lassen bis man die Schulen so ein- und hergerichtet hat, daß sie zur Arbeit mit dem Gefahrenpotential Kind geeignet sind.

Luftfilter, große gut belüftete Klassenräume, klar geregelte Gehwege auf Fluren und Treppen, in Zonen aufgeteilte Schulhöfe,... Arbeitsschutz, wie er in Betrieben selbstverständlich ist, wird den Schulbediensteten vorenthalten. Der Arbeitgeber ist uneinsichtig und daß obwohl es der Staat ist...
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07.09.2021
 

Alter weißer Mann & CORONA in Schulen
    
Alte weiße Männer denken - manchmal. Und sie suchen Fehler in Gedanken, in eigenen und fremden Gedanken...

Meldung der FAZ vom 07.09.2021: Im Fall einer Corona Infektion in der Schule soll grundsätzlich nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne gehen, sondern nur noch Kinder, die als "enge Kontaktpersonen" des erkrankten Kindes gelten.
Enge Kontaktpersonen sind an sich die direkt neben dem erkrankten Kind sitzenden Kinder.
Lehrer sind keine engen Kontaktpersonen, denn sie achten ja ständig auf die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5m.

In der Schule ist das Singen verboten.

In der Schule ist in den Gebäuden eine medizinische Maske zu tragen, sowohl im Klasenraum, wie auch im restlichen Gebäude. Auf dem Schulhof ist - außer während man isst oder trinkt, eine medizinische Maske zu tragen.

Ausnahme: Schulsport.
Während des Schulsportes - auch in der Turnhalle muß keine Maske getragen werden.


So weit, so gut - und so unsinnig.
Warum unsinnig?

Ein Lehrer, der ständig 1,5 m Abstand von seinen Schülern hält, ist mir noch nie begegnet. Wie soll er da unterrichten? Selbst im alten Frontalunterricht ging das nicht. Mit heute geforderten modernen UInterrichtsmethoden ist daran nicht zu denken.

Schulhof: Niemand achtet in den Pausen, beim Essen oder Trinken der Schüler, auf Einhaltung eines Mindestabstandes. Man sitzt dicht an dicht auf der Schulhofmauer, den betonierten Tischtennisplatten oder den Hofbänken, unterhält sich und knabbert solange die Pause dauert an seinem Brot oder Apfel und unterhält sich. Pause vorbei, Maske auf, reingehen...

Auf den Treppen, in Fluren und Gängen ist eine Maske zu tragen - aber es stört fast keinen Lehrer, wenn es nicht geschieht. Nach den Pausen stehen haufenweise Schüler in den Fluren vor den verschlossenen Klassenräumen und essen. Sie sind gesellige Wesen, sie stehen dicht beieinander, während sie hin und wieder einen Minibissen von ihrem Apfenstückchen oder Schokoriegel nehmen. Dann kommt die Lehrerin, man zieht die OP-Maske kurz unter die Nasenspitze um zwei Minuten später wieder vor die Klasse zu kommen und zu "trinken", beziehungsweise mit drei bis vier Mitschülern  zusammenzustehen und an der Wasserflasche zu nuckeln bis die Lehrerin nacht etwa fünf Minuten wieder in die Klasse ruft.

Schulsport: Ich durfte gerade zu Beginn des Schuljahres zugegen sein, als eine neu zusammengewürfelte Klasse 5 ihre erste Sportstunde hatte. Trotzt angenehmer 22 Grad und leicht bedecktem Himmel in der Sporthalle statt auf dem Sportfeld davor. Die Halle hatte zwar keine offenen Fenster und roch beim Eintreten nach abgestandener Luft, aber sie hatte wenigsten ein großes Luftvolumen.
Dann kam mein Schock:
Zur "Bildung einer Klassengemeinschaft" beschließt die Lehrerin, nachdem die 12 Jungen und 11 Mädchen aus den je circa 10 qm großen Umkleideräumen (mit geschlossenen Fenstern und viel maskenlosem lautem Geschrei der Kinder) in die Halle kommen, daß jetzt Mount-Everest gespielt werde:
Es wird auf drei etwa 110cm hohe Sprungkästen eine Weichbodenmatte 300cm x 200cm x 30cm  gelegt. Die 23 Kinder sollen nun alle auf diese Matte klettern oder springen oder ... und darauf bleiben, dazu haben sie 15 Minuten. Mit ohrenbetäubendem Geschrei versuchen die Kinder auf die Matte zu kommen und darauf zu bleiben. Man hält sich fest, steigt über- und untereinander und brüllt aus voller Lunge. Nach etwas mehr als 15 Minuten bricht die Lehrerin ab. Teambesprechung in einem engen Kreis, etwa Schulter an Schulter, was man besser machen kann und wie es gelingen könnte, daß wirklich alle, die kleinen, die großen, die dicken, die dünnen, die unsportlichen und die sportlichen Kinder am Ende auf den 6qm Matte sitzen oder liegen oder knien und niemand zurückgelassen wird oder wieder herunterrutscht.
Zweiter Versuch, diesmal mit Zeitvorgabe 20 Minuten.    
Lärmpegel, Gedränge, körperliche Nähe wie zuvor, nur etwas geordneter und nach 24 Minuten von Erfolg gekrönt, die Gemeinschaft hat es geschafft, alle 23 sind auf den 6qm angekommen und umarmen sich und halten sich aneienader fest.
Das alles natürlich ohne irgendeine Maske, denn während des Sportunterrichts besteht ja keine Maskenpflicht, auch nicht in der Turnhalle!

Nun, geht es Ihnen wie mir?

Warum darf man in der Schule, in einem Musikraum von circa 100qm (in Worten einhundert Quadratmeter) nicht singen, nicht einmal mit Maske, warum muß man auf dem Schulhof bei ständiger Luftbewegung Maske tragen aber in Sportunterricht in einer stickigen Turnhalle soll man sich zur Teambildung mit 23 Kindern schreiend und rufend, atemlos auf 6 qm drängeln und sich festhalten?

Ich kann das nicht verstehen - und leider diese Regeln nur noch für Augenwischerei halten.

 
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01.12.2021
 

Alter weißer Mann & CORONA in Schulen - II
    
Alles ist wieder anders - zumindest hier in Hessen.
Im letzten Beitrag schrieb ich noch: "Im Fall einer Corona Infektion in der Schule soll grundsätzlich nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne gehen, sondern nur noch Kinder, die als "enge Kontaktpersonen" des erkrankten Kindes gelten. Enge Kontaktpersonen sind an sich die direkt neben dem erkrankten Kind sitzenden Kinder." Das war in der Praxis Unfug, da Schüler sich in den Klassen ständig bewegten. Das hat auch das Kultusministerium eingesehen. Mittlerweile bleibt nur das erkrankte und jedes positiv getestete Kind zu Hause. Wer nicht positiv getestet ist, muß nicht zu Hause bleiben, egal wie lange er neben wem gesessen hat...

Die Kinder müssen sich mittlerweile wieder dreimal pro Woche testen, also montags, mittwochs und donnerstags.
Man achte auf die Worte, die Kinder müssen sich testen, nicht etwa, die Kinder werden getestet. Die Kinder testen sich unter Aufsicht des Lehrers und der Leherer betsätigt hinterher in einem Testheft genannten Leporello, daß der Test ausgeführt wurde und nicht positiv war. Der Lehrer bestätigt, daß ein Test stattgefunden hat. Ob der Test ordnungsgemäß ausgeführt wurde, wird in aller Regel nicht kontrolliert.  Die Testmaterialien werden ausgeteilt und dann heiß es meist: "So, ihr könnt Euch jetzt testen." Die Zeiten, in denen Leherer das Testen schrittweise angesagt haben, sind bei vielen Lehrern längst vorbei. Jeder Schüler macht wie er meint. Wer das Teststäbchen nur einmal ganz kurz in ein Nasenloch stubst und dann zehn Sekunden statt der bei den momentanen Tests geforderten sechzig Sekunden in die Testlösung steckt, bekommt auf dem Test eine Kontrolllinie aber sicher keine positive Anzeige. In seinem Testheft wird ihm aber der Test bestätigt und berechtigt ihn zur Teilnahme an Veranstaltungen für Getestete...

Ich kann das alles nicht verstehen - aber ich bin ja auch nur ein alter weißer Mann....

Nachtrag zur, in einem früheren Beitrag beschriebenen, maskenlosen Sportstunde: Sportstunden finden noch immer auch in der Turnhalle ohne Masken statt. Abstand wird selbstverständlich noch immer nicht gehalten und Teambildungs-Spiele gibt es noch immer. Ein paar Wochen nach dem beschrieben Mount-Everest-Spiel war die Aufgabe, daß alle Kinder der Klasse eine frei in den Raum gestellte Sprossenwand auf eine spezielle Art und Weise überklettern mussten ohne bestimmte Sprossen zu berühren. Für die meisten Schüler alleine, ohne gegenseitige Hilfe, nicht möglich - es sollte ja der Teambildung dienen. Die Schüler haben sich gegenseitig geholfen, sich gehoben und gezogen, gestützt, umarmt, ... alles selbstverständlich sehr körpernah und absolut maskenlos mit viel lautem Geschrei...  ;-)  

 
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09.01.2022
 

Alter weißer Mann & anderer alter weißer Mann & Sprache
    
Alte weiße Männer gibt es mehr als man so denkt - und sie denken mehr als man und frau so denken....

Erst letzte Woche hat Dieter Hallervorden sich mal wieder zum Thema Sprache, insbesondere zum Thema "gendern" geäußert und (selbstverständlich) viel Kritik geerntet. "Sprache gehöre als Kulturgut allen. Sie entwickle sich aus sich selbst heraus, nicht auf Anordnung von oben. Gendern ist für Hallervorden ein „künstlicher, politisch motivierter Eingriff in gewachsene Sprachstrukturen. Es gebe keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass sich über eine Veränderung der Grammatik gesellschaftlicher Wandel erzielen lasse." zitiert ihn das Redaktionsnetzwerk Deutschland rnd.de am 03.01.2022 (Dieter Hallervorden übers Gendern: „Künstlicher, politisch motivierter... https://www.rnd.de/promis/dieter-hallervorden-uebers-gendern-kuenstl...)

Es gäbe keinerlei wissenschaftliche Belege daß sich über eine Veränderung der Grammatik gesellschaftlicher Wandel erzielen lasse. Ein toller Satz und wahscheinlich ein wahrer. Die umgekehrte Richtung ist zweifelsfrei wahr, gesellschaftlicher Wandel schlägt sich sicher auch in einer Veränderung der Sprache nieder, wenn auch zunächst meist mehr in der Wortwahl, als in der Grammatik, doch sicher auch dort. "Ich kaufe Edeka." Ein Satz mit einer in meiner Kindheit klaren, wenn auch unmöglichen, Bedeutung. Eine Genossenschaft kann man nicht kaufen, wäre damals eine mögliche und klare Antwort gewesen. (EdK und später aus einer Verschriftlichung der Laute heraus EDEKA steht seit über 100 Jahren für "Einkaufsgenossenschaften deutscher Kolonialwaren- und Lebensmittel-Einzelhändler".) Heute ist durch Werbung und Veränderung der Sprache jedem klar, daß es bei dem Satz "Ich kaufe Edeka." nicht um den Versuch geht, die Genossenschaft oder die EDEKA-Gruppe zu kaufen, sondern daß es eigentlich heißen sollte "Ich kaufe bei EDEKA ein." Gesellschaftlicher Wandel schlägt sich in der Grammatik der Sprache nieder.

 
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23.03.2022
 

Alter weißer Mann & political correcctness ad absurdum
    
Alte weiße Männer lesen Zeitung und sind regelmäßig entsetzt, was sie da so lesen. So ging es mir heute mit der FAZ. Die Überschrift des Artikesl lautete: ""Fridays for Future" lädt Musikerin wegen Dreadlocks aus". Erzählt wird darin die Geschichte, daß die Ortsgruppe Hannover der Bewegung Fridays for Furure die an sich für eine Demo am Freitag gebuchte Band mit der Künsterlin Ronja Maltzahn wieder ausgeladen hat. Grund der Ausladung ist, daß Ronja Maltzahn weiß ist und Dreadlocks trägt. Nach Aussage der Verantwortlichen der Ortsgruppe Hannover seien Dreadlocks ein Widerstandssymbol der der Bürgerrechtsbewegung schwarzuer Mensechn in den USA geworden, und "wenn eine weiße Person also Dreadlocks trägt, dann handelt es sich um kulturelle Aneignung, da wir als weiße Menschen uns aufgrund unserer Privilegien nicht mit der Geschichte oder dem kollektiven Trauma der Unterdrückung auseinandersetzen müssen."
Der alte weiße Mann kommt aus dem Kofschütteln nicht mehr heraus...
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